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Die Meister-Eckhart-Stiftung

 

Präambel

Die MES will dazu beitragen, Leben, Werk und Wirkung Meister Eckharts (ca. 1260 — 28.2.1328) vom Mittelalter bis in die Gegenwart zu erforschen und darzustellen.

 

Name, Rechtsstand und Sitz

Die MES führt den Namen „Meister-Eckhart-Stiftung zur Förderung der Meister Eckhart-Forschung“. Sie ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Würzburg.

 

Stiftungszweck

Zweck der Stiftung ist die Förderung der wissenschaftlichen Erforschung von Meister Eckharts zentralem Denken, seiner literarischen Hinterlassenschaft und seiner weitreichenden Wirkung bis in die Jetztzeit. Durch die MES sollen vor allem junge Wissenschaftler und Frauen gefördert werden.

Dieser Zweck wird insbesondere durch folgende Maßnahmen verwirklicht:

1. Abschluß der großen kritischen Gesamtausgabe der lateinischen und deutschen Werke Meister Eckharts.

Von der kritischen Ausgabe der lateinischen Werke liegen 6 Bände vor, doch ohne Wörterbuch und Indices.

Von der kritischen Ausgabe der deutschen Werke sind bis jetzt 4 Bände abgeschlossen, der 5. ist in Arbeit und steht vor dem Abschluss. Zu Band 6 hat die Arbeit begonnen. Ein Gesamtwörterbuch und die Indices sind noch zu erarbeiten.

2. Die Neuausgabe der Werke Meister Eckharts auf der Grundlage der kritischen Gesamtausgabe als wissenschaftliche Publikumsausgabe für das 21. Jahrhundert (12 Bände).

3. Textkritische Erstausgabe der deutschen Predigten des Dominikaners Johannes Tauler (ca. 1300 — 16.6.1361), des nachhaltigsten Verbreiters der Ideen Meister Eckharts (neben Heinrich Seuse).

4. Erschließung von Eckharts frühem und beispiellosem Beitrag zum interreligiösen Gespräch von zukunftsweisender Wirkung.

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Stiftungsform

Die MES kennt zwei Formen des Stiftens. Das Einstiften von Geld in das Grundstockvermögen, das grundsätzlich Erträge nur aus Zinsanlagen erwirtschaften will, und das Einstiften als „Spende zu sofortigem Gebrauch“. Der Schwerpunkt der MES liegt eindeutig auf der Verbrauchsspende. Es ist dies ein Stiftungstyp, der jüngst im Magazin ’Die Stiftung‘ vorgestellt wurde: Dr. Cornelia Schmoll (Münchner Kanzlei Dr. Mohren & Partner), „Die Verbrauchsstiftung — Nachhaltigkeit auf Zeit? Neuer Stiftungstyp ermöglicht effektives Wirken für den guten Zweck“, in: ’Die Stiftung‘. Magazin für Stiftungswesen und Private Wealth, Ausgabe 3/09, Juni 2009, S. 12—14.

 

Zustiftung in das Grundstockvermögen:

Durch Zustiftungen in das Grundstockvermögen, ausgehend von einem kleinen Grundsockel, soll dieses nach und nach erweitert werden. Es bleibt in seinem Bestand dauerhaft und ungeschmälert erhalten.

 

Spende zu sofortigem Verbrauch:

Jeder Euro, der heute als „Spende zu sofortigem Verbrauch“ in die MES gegeben wird, kann morgen schon für die Aufgaben der Eckhartforschung verwendet werden.

Als soziale und wissenschaftliche Einrichtung gewinnt die MES durch jeden in die Stiftung geschenkten Geldbetrag, und sei er noch so klein, Dauer. Viele Spender mit kleinen Beträgen machen die MES zu einer Solidareinrichtung mit nachhaltiger Wirkung.

 

Steuerliche Behandlung der MES

Die MES ist steuerlich als besonders förderungswürdig anerkannt. Zuwendungen an die MES können deshalb steuerlich geltend gemacht werden. Der Spender erhält für jede Zustiftung oder Spende eine Zuwendungsbestätigung zur Vorlage beim Finanzamt. Bei Zuwendungen an die MES als einer gemeinnützigen Stiftung entfällt die Erbschaftssteuer.

 

Verwaltung der Stiftungsgelder

Die Gelder werden von den Mitgliedern des Vorstandes der MES und den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirates (Kuratoren) verwaltet. Ihnen und dem Stifter ist die Verantwortung für die erträgnisfördernde Betreuung und für die dem Stiftungszweck entsprechende Verwendung der anvertrauten Gelder übertragen. Die Mitwirkung der Mitglieder ist ehrenamtlich.

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Transparenz der MES

Jeder Spender muß jeder Zeit wissen können, was mit seinem Geld geschieht.

Jedes Jahr wird ein Bericht über die Entwicklung der MES erstellt und an jeden Spender verschickt.

 

MES-finanzierte Forschung an der „Forschungsstelle für Geistliche Literatur des Mittelalters“

 

Im Jahre 1934 hatte die „Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft“ unter dem Vorsitz des Staatsministers Schmitt-Ott in Berlin den Plan gefaßt, „eine Gesamtausgabe der Werke des großen deutschen Denkers und Mystikers zu veranstalten“. Die „Eckhartkommission“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft stellte die nötigen Finanzmittel zur Verfügung. Im Zweiten Weltkrieg kam die Forschung ins Stocken. 1956 und 1957 ließen Josef Koch und Josef Quint die ersten Bände erscheinen. Josef Quint schuf zusammen mit seinen Mitarbeitern vier Bände (DW I, II, III, V) der Gesamtausgabe der deutschen Werke. Ebenfalls vier Bände (LW I, II, III, IV) des lateinischen Werkes konnte Josef Koch auf den Weg bringen. Noch harrt die zwölfbändige Ausgabe des Abschlusses. Über die Wichtigkeit der 1934 begonnenen Editionsarbeit urteilt Alois Maria Haas (2008): „Ohne die möglichst exakte und vollständige Darbietung der Texte, welche den derzeit geforderten hohen philologischen Standards genügt, müssen die Bemühungen um deren theologie-, philosophie- und kulturgeschichtliche Interpretation und Einordnung scheitern. Es ist von entscheidendem europäischen Zeichenwert, wenn sich für die Erschließung des deutschen und lateinischen Werks zwei Gelehrte — ein Deutscher und ein Italiener — einsetzen, welche für dessen Neuerschließung schon seit langem Wesentliches in Gang gebracht haben — Georg Steer fürs deutsche Werk und Loris Sturlese fürs lateinische“.

Im Jahr 2000 entschloß sich die Katholische Universität Eichstätt, eine „Forschungsstelle für geistliche Literatur des Mittelalters“ einzurichten. In sie sind  alle von der Deutschen Forschungsgemeinschaft stammenden Forschungsmaterialien (Kopien und Filme aller Eckhart-Handschriften) zusammen mit dem gesamten Quintnachlaß eingegangen, außerdem die Anschaffungen spezieller Forschungsliteratur, die im Rahmen des neunjährigen Bestehens des Sonderforschungsbereichs 226 der Universitäten Würzburg/Eichstätt beschafft wurden. Dank der Bereitstellung von geringen Finanzmitteln, die von Seiten privater Hände und zeitweise von Seiten der DFG zur Verfügung gestellt wurden, konnte die Eckhartforschung ein mehr als karges Leben fristen.

Mit der Errichtung der Eichstätter Forschungsstelle war ein wichtiger Schritt getan: es war ein organisatorischer Rahmen für die Eckhartforschung in Eichstätt geschaffen. Der zeitlich vorausgehende Schritt aber war noch wichtiger. Die Eichstätter „Forschungsstelle“ erhielt von der DFG die gesamte Forschungsausstattung, die die DFG in mehreren Jahrzehnten aufgebaut hatte. Diese wurde 1982 von Köln („Eckhartzimmer“ Quints in der Universität Köln) über Würzburg nach Eichstätt transferiert mit der Auflage, eine nationale und internationale Stätte der Eckharttextforschung, gedacht vor allem für den Abschluß der Deutschen Gesamtausgabe der Werke Eckharts, zu etablieren. Damit war für die Eckhartforschung eine ideale Basis der Eckhart-Edition wie für die Folge-Edition, die kritische Ausgabe des Predigtwerkes Johannes Taulers geleistet. Doch die Eichstätter „Forschungsstelle“ hat einen gravierenden Mangel. Ihre finanzielle Ausstattung ist zu schmal. Sie kann nur mit einer halben Wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle arbeiten. Diese wird wie bisher und auch künftig aus privater Hand finanziert. Eine Aufstockung der Mittel ist unabdingbar.

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 Das Aufblühen des deutschen Stiftungswesens der letzten Jahre ließ nun auch in Eichstätt den Entschluß reifen, eine rechtsfähige, gemeinnützige Stiftung zu gründen, mit der der Eckhartforschung Dauer verliehen werden sollte und die unabhängig ist von den konjunkturellen Enpässen staatlicher wie auch kirchlicher Förderung.

Zur Gründung der MES ermutigt haben nicht zuletzt die neuen Einsichten und Anreize zum Stiften und Spenden, die der Bundesfinanzminister jüngst in die Öffentlichkeit getragen hat. „Sicherlich ist dies ein Zeichen lobender staatlicher Anerkennung von Stiftungen und Stiftern“, schreibt Dr. Mohren & Partner, „wenngleich auch eine wachsende Erkenntnis der Politik festzustellen ist, dass privates Handeln zum Nutzen der Allgemeinheit notwendig ist, um den Fortschritt der Gesellschaft besser, schneller und billiger zu fördern als dies die schwerfällige bürokratische Verwaltung kann“ (2009, S. 3).

Die MES möchte die Hoffnung nähren, daß viele mit Zustiftungen und Spenden der notleidenden Eckhart-Wissenschaft unter die Arme greifen.

Bedenkenswert ist die „Schlußbetrachtung“ der Broschüre ‘Stiftung. Errichtung, Führung, Steuern’, München 2008 von Dr. Mohren und Partner: „Der Spruch, dass Geld allein nicht glücklich macht, ist eine Platitüde, die allerdings die Frage herausfordert, was man zum Glück außer Geld noch braucht. Sie können sich, lieber Leser, schon vorstellen, dass wir uns mit Liebe und Gesundheit nicht zufrieden geben. Ein bisschen Stiften gehört schon auch dazu. Das kann das Glück sein, ein Opfer für andere gebracht zu haben. Und das kann die Erkenntnis sein, dass von einem bestimmten Maß an ein zusätzliches Vermögen oder Einkommen das Glück nicht vermehrt“ (S. 31).

 

Zustiftungen und Spenden an: Meister-Eckhart-Stiftung HypoVereinsbank Würzburg Konto-Nr.: 326214213 BLZ: 79020076

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